Pädiatrie/Kinderheilkunde

Ergotherapie in der Pädiatrie wendet sich an Kinder vom Säuglings- bis ins Jugendlichenalter, wenn ihre Entwicklung verzögert ist, sie in ihrer Selbständigkeit und Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder von einer Behinderung bedroht oder betroffen sind.

Behandelt werden u.a. Kinder mit

  • Entwicklungsstörungen der Grob- und Feinmotorik
  • körperlichen und geistigen Behinderungen
  • Störungen der visuellen oder auditiven Wahrnehmung
  • Beeinträchtigungen der Körperwahrnehmung
  • Schwierigkeiten in der Handlungsplanung und im Arbeitsverhalten
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsproblemen
  • Verhaltensauffälligkeiten

Ergotherapie hilft z.B.

  • beim Umgang mit Stift, Schere und feinmotorischen Materialien
  • motorische Geschicklichkeit, Gewandtheit u. Körperkoordination zu erlangen
  • beim Erlernen selbstständigen Anziehens, Öffnen u. Schließen von Verschlüssen, Essen mit Besteck u.a.
  • bei Spiegelbildlichem Schreiben, Vertauschen/Auslassen von Buchstaben und Zahlen beim Lesen u. Schreiben
  • die Konzentration, Aufmerksamkeit und das Arbeitsverhalten zu verbessern
  • den Alltag- und Schulalltag zu bewältigen

Bettina quer

Wunstorfer Therapiekonzept

Im Bereich der Kinderheilkunde bildet das Wunstorfer Therapiekonzept den äußeren Rahmen für unsere Ergotherapie.

Das Wunstorfer Konzept steht für eine

  • moderne
  • aufgaben- und betätigungsorientierte
  • individuumszentrierte
  • multimodale
  • und effektive Ergotherapie in der Pädiatrie

Der therapeutische Prozess setzt sich dabei aus verschiedenen Bausteinen zusammen: Vom Erstgespräch mit den Eltern, den ersten Therapieeinheiten mit dem Kind, der Zielvereinbarung, Therapieplanung, Elternberatung, Umfeldberatung bis zur Dokumentation und Evaluation.

Ziel des Wunstorfer Konzeptes ist es, dass ihr Kind die jeweils relevanten Fertigkeiten und Strategien zur Verbesserung der Alltagsbewältigung, Selbständigkeit und Teilhabe erreicht und sicher in seinen Alltag generiert.

Das Konzept ist störungsbildunabhängig ausgerichtet und daher mit anderen Behandlungskonzepten hoch kompatibel. Die Therapiegestaltung nach dem Wunstorfer Konzept sorgt dafür, dass in jeder Therapieeinheit sehr konkret aufgabenorientiert an der Zielsetzung des Kindes gearbeitet wird. Um die dafür notwendigen Lernvoraussetzungen des Kindes zu erhöhen, ist die Therapieeinheit ritualisiert:

  • Zentrierungsphase
  • Regelfestlegung
  • Alltagscheck und Hausaufgabenreflexion
  • Wachmachphase
  • Trainingsphase
  • Reflexionsphase
  • Elternberatungsphase

Dadurch lernt ihr Kind in jeder Therapieeinheit

  • Strategien, welche ihm helfen seine Ziele zu erreichen, entsprechende Fertigkeiten zu erlernen und seinen Alltag besser zu bewältigen
  • seine zentralnervöse Wachheit mit Hilfe sensomotorisch-perzeptiver Strategien (Aufpassübungen, Ruhig/Wach-mach-Tricks) eigenaktiv zu erhöhen
  • durch kontinuierliche Hausaufgaben die angestrebten Fertigkeiten und Strategien in seinem Alltag anzuwenden
  • sich seiner Ressourcen bewusst zu werden und diese auszubauen

Sara quer

Als Eltern erhalten sie in unserer Praxis zudem eine strukturierte und aufgabenorientierteElternberatung. Zugeschnittene Informationen, Anleitung und Beratung ermöglichen es ihnen, ihr Kind beim Erreichen der angebahnten Fertigkeiten wirkungsvoll zu unterstützen und problematische Alltagssituationen mit ihrem Kind sicherer zu bewältigen.

Teilbereiche des Wunstorfer Konzeptes sind bereits wissenschaftlich untersucht worden. Es konnten dabei positive Effekte auf mehreren Ebenen festgestellt werden. Das Wunstorfer Konzept bildet darüber hinaus bereits die Grundlage für anerkannte evidensbasierte Therapieprogramme (ETP-ADHS, EST).

Wunstorfer Basistraining

Das Wunstorfer Basistraining ist ein kognitives und aufgabenorientiertes psychoedukatives Training. Es besteht aus den Bausteinen:

  1. Meine Ziele
  2. Mein Motor
  3. Mein waches Gehirn
  4. Meine Aufmerksamkeit
  5. Mein Plan
  6. Mein Gedächtnis
  7. Mein geschickter Körper

Das Training hat zum Ziel

  • mit ihrem Kind die jeweils passenden Strategien zu erarbeiten, welche ihm helfen seine Ziele zu erreichen
  • die Voraussetzungen ihres Kindes für ein effektives Lernen und Handeln zu verbessern

 

CO-OP (Cognitive Orientation to daily Occupational Performance)

CO-OP ist ein evidenzbasierter kognitiver ergotherapeutischer Therapieansatz, der ursprünglich für Kinder mit Koordinationsstörungen entwickelt wurde. CO-OP hilft jedoch Kindern mit diversen Störungen und Beeinträchtigungen (z.B. UEMF, ADHS, Cerebralparese) konkrete Fertigkeiten (z.B. Schleife binden, sich morgens zügig anziehen, Schreiben, Fahrradfahren) in der Ergotherapie zu erlernen. Im CO-OP Ansatz lernt das Kind die globale Problemlösungsstrategie Ziel-Plan-Tu-Check kennen. Durch die therapeutische Technik der geleiteten Entdeckung entwickelt es Strategien, die ihm helfen, die angestrebten Fähigkeiten erfolgreich auszuführen. Diese Strategien werden in den Alltag übertragen und generalisiert. Ihr Kind wird somit selbst zum aktiven Problemlöser und lernt zudem, wie es auch andere Probleme im Alltag eigenständig bewältigen kann. Dadurch erhöht sich die Selbständigkeit ihres Kindes, zukünftig mit auftretenden Schwierigkeiten und Problemen umzugehen.

Weitere bewährte und evaluierte Therapiemethoden in unserer Praxis:

  • ETP-ADHS ( Ergotherapeutisches Trainingsprogramm bei ADHS)
  • Training exekutiver Funktionen / Training der Handlungsorganisation
  • Selbstinstruktionstraining
  • Handlungsorientiertes Ergotherapeutisches Aufmerksamkeitstraining HAT (Winter & Arasin)
  • Aufmerksamkeitstraining / Basistraining (Lauth & Schlottke)
  • Aufmerksamkeitstraining / Strategietraining (Lauth & Schlottke)
  • Marburger Konzentrationstraining (Krowatschek)
  • Konzentrationstraining (Ettrich)
  • Neuropsychologisches Gedächtnistraining „Reminder“ (Lepach, Petermann et. al.)
  • Training für Kinder mit räumlich-konstruktiven Störungen „Dimensioner“ (Petermann et. al.)
  • Aufgabenorientiertes Alltagstraining
  • Übungen zur Aufrichtung u. verbesserten Tonusregulation
  • Koordinationsschulung
  • Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe
  • Koordinations- und Selbstregulationstraining KSST (Winter & Arasin)
  • Aufgabenorientiertes Schreibtraining
  • Feinmotorisches Training
  • Linkshänderschulung
  • Visuomotorisches Training
  • Grafomotorisches Training
  • Räumlich- konstruktives Training
  • Entspannungstraining
  • Sensorische Integrationstherapie
  • Geführte Interaktionstherapie nach Affolter
  • Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten THOP (Döpfner, Schürmann, Frölich)
  • Sozialkompetenztraining „Mutig werden mit Till Tiger“ (Ahrens-Eipper, Leplow)
  • Ausdruckszentrierte ergotherapeutische Methoden
  • Psychomotorik